Archive für 10.1.2010

“Ich hab’ auch meinen Talar dabei”

von (wd)  |  08.01.2010  | Netzcode: 2146518  | Weiden

Diakon Karl Rühl zum neuen Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Weiden gewählt

Weiden. (wd) Die Schwierigkeiten, im Jahr 2001 durch den Bau des Therapiezentrums St. Michael ausgelöst, sind schadlos gemeistert. Das Diakonische Werk Weiden und Dekan Wolfgang Scheidel griffen bei der Bewältigung der Probleme seit 2005 auf die Hilfe von Clemens Link von der Kirchlichen Dienstleistungs- und Beratungsgesellschaft für soziale Einrichtungen zurück. Nun ist die Diakonie wieder stark genug, um eigenständig in die Zukunft zu gehen. Dafür sind die Weichen gestellt.

Einstimmig bestellte der Vorstand den 47-jährigen Diakon Karl Rühl (verheiratet, drei Kinder) ab Jahresbeginn zum neuen Geschäftsführer. Mit ihm verbinden sich große Hoffnungen, deutete die Pro-Dekanin des Dekanatsbezirks Weiden, Pfarrerin Claudia Paulsen, bei der Vorstellungsrunde vor den Mitarbeitern, Einrichtungsleiterinnen und Vorstandsmitgliedern am Donnerstag an. Deshalb wünsche sie ihm Gottes Engel “beim Zuhören und Reden, beim Leiten und Begleiten, beim Planen und Wirtschaften”. Eingeführt wird der neue Diakonie-Geschäftsführer vom neuen Dekan und Vorsitzenden Dr. Wenrich Slenczka.

Bis zum Sommer soll die neue Struktur des Diakonischen Werkes stehen: Der Vereinsvorstand wechselt ins Amt des Aufsichtsrats und Rühl wird geschäftsführender Vorstand des Diakonischen Werkes im Dekanatsbezirk Weiden. Die Verantwortlichkeiten sind dann klar geregelt.

Kirche spürbar machen

Der 47-Jährige kommt aus Veitsbronn, stammt aus einem Gasthof, hat drei Brüder: “Ich bin schon einer, der aufs Geld schaut. Noch mehr aber bin ich ein Beziehungsmensch, der Kontakte knüpft und pflegt. Ich hoffe auf ein gutes Betriebsklima, denn besonders in der Diakonie muss jeder merken, dass hier Kirche ist. Wir wollen uns als Teil der Kirche verstehen.”

Einer seiner Brüder leitet die Heilsarmee in Nürnberg, ein anderer ist Unternehmensberater. “Ich hoffe, ich brauche hier seine Hilfe nicht.” Der gelernte Kaufmann ist Diakon und Mitglied der Rummelsberger Bruderschaft, die ihn nach Weiden empfohlen habe. Er hat Psychotherapie in Wien studiert, ist Sozialwirt und besitzt die Heimleiterqualifikation.

Ein kirchlicher Mensch

“Hier bin ich erstmal am Lernen”, betonte Rühl, der noch bei Clemens Link “in die Lehre” gehen will. Zugleich unterstrich er, er sei ein kirchlicher Mensch, wolle sich als Gemeindediakon in der Sakramentsverwaltung einbringen und im Gottesdienstplan vertreten sein. “Ich hab’ auch meinen Talar dabei.”

Pfleger körperlich stärker belastet als Mechaniker

Krankenpfleger sind bei der Arbeit stärker belastet als Mechaniker - mit dieser Begründung hat das Landessozialgericht in einem am 24.11.2009 veröffentlichten Urteil einem Motorradmechaniker die Anerkennung seines Bandscheibenvorfalls als Berufskrankheit verweigert.

Für eine Berufskrankheit müsse der Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Erkrankung nachgewiesen werden (Aktenzeichen: L 3 U 202/04).

Geklagt hatte ein 54 Jahre alter Mechaniker aus dem Taunus. Vor elf Jahren hatte er beim Anheben eines Altöleimers akuten Schmerz in der Lendenwirbelsäule. Diagnose: Bandscheibenvorfall. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung als Berufskrankheit ab.

Dem schloss sich das Landessozialgericht an. Anders als medizinisches Pflegepersonal habe der Mann in seinem Beruf keine besondere Gefährdung durch hohe Belastungen. Bei der Versorgung von Patienten, die sich nicht bewegen könnten, komme es zu besonders hohen Belastungen der unteren Wirbelsäule. Damit seien die “Belastungsspitzen” des Zweiradmechanikers aber nicht vergleichbar. Gegen das Urteil ist keine Revision zugelassen. (dpa)

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