Archive für Juli 2009
Bei offenem Fenster geht nichts
17.7.2009 von Michaela Barth.
Weiden
Weiden. (ps) Mal ein Mittagsschläfchen halten oder nachmittags Fernsehschauen bei geöffnetem Fenster. “Völlig unmöglich”, sagt Karl L. (67), der mit seiner Frau im Michaelszentrum wohnt. “Morgens um 6 Uhr geht’s los”, schimpft sein Nachbar Herbert Voigt (72). “Da rattern die Lastwagen mit Anhänger vorbei und die Autos pfeifen einfach durch.” Und das, obwohl vor den Fenstern der beiden Herren Tempo 30 gilt.
Doch kaum ein Autofahrer hält sich daran, berichten die beiden Anlieger von ihren Erfahrungen. “Obwohl Zusatzschilder darauf hinweisen, dass hier Altenheime sind”, ärgert sich Karl L. Inzwischen habe die Stadt zwar einen Fußgängerüberweg eingerichtet. Doch selbst der würde viele Autofahrer nicht dazu bringen, dass sie auf die Bremse drücken.
“Ich hab’ mir zweimal gedacht, jetzt probier ich’s einfach und geh’ los. Zweimal haben die Autofahrer eine Vollbremsung hingelegt”, erzählt Herbert Voigt. Und Karl L. fügt hinzu: “Dabei wohnen hier viele ältere Frauen, die mit dem Rollator unterwegs sind. Aber die Autofahrer halten nicht, etliche fahren einfach vor oder hinter den Fußgängern vorbei.”
Gerade bei einer Einrichtung für betreutes Wohnen müsste auch das verkehrstechnische Umfeld mit einbezogen werden, meint der 67-Jährige. “Unsere Wohnungen sind ja wirklich schön.” Wenn nur die Lärmbelästigung und das Überqueren der Straße nicht so problematisch wären. Dabei haben die beiden Herren auch schon Polizeiautos entdeckt, die ihrer Meinung nach mit mehr als 30 Stundenkilometern am Michaelszentrum vorbeifuhren. “Die sollten doch eigentlich Vorbild sein.” “Wenn ich gewusst hätte, dass die Leimberger Straße Durchgangsstraße wird, hätte ich die Wohnung vermutlich nicht gekauft”, meint Karl L. inzwischen.
Was sich die Anwohner wünschen? “Verstärkte Kontrollen”, sagt Karl L. “Verkehrszeichen allein nützen nichts. Erst wenn’s den Leuten an den Geldbeutel geht, werden die Regeln eingehalten.” Und Herbert Voigt: “Gelbe Blinklichter für den Fußgängerüberweg. Die fallen vielleicht besser auf, als die Verkehrszeichen, die jetzt vor Bäumen stehen.”
Kommentar von am 15/07/09
Über diesen Artikel muss ich echt schmunzeln. Mein Lösungsvorschlag anstelle von Blinklichtern und Geldstrafen – einfach alle Autos aus den Städten verbannen, dann brauchen wir auch keine Zebrastreifen und haben unsere „Ruhe“. Aber dann findet man sicherlich irgendetwas anderes worüber man sich aufregen kann.
Ich bin selbst Bewohner des St. Michael-Zentrums und kann diesen Aussagen nicht zustimmen. Von einem erhöhten Lärmpegel habe ich nichts gemerkt, man wohnt halt in der Stadt und nicht in irgendeiner Einöde. Die Leimbergerstrasse ist nicht lauter, als andere Durchgangsstraßen in Weiden. Die Menschen aber sind intoleranter gegenüber ihrer Umwelt geworden. Als das Betreute Wohnen des St. Michael-Zentrums fertig gestellt wurde, war die Leimbergerstrasse bereits eine Durchgangsstraße. Und es ist doch mal klar, dass bei einer Wohnung an einer Straße mit einer gewissen „Lärmbelästigung“ zu rechnen ist.
Auch mit dem Überqueren der Fahrbahn hatte ich als Rollstuhlfahrer noch nie Probleme, auch als es noch keinen Zebrastreifen gab. Das Problem sind eher die Anwohner, die vor oder nach dem Zebrastreifen die Straße überqueren, schräg über die Straße laufen, weil ihnen die paar Meter zum Zebrastreifen zu weit sind, oder noch schnell ohne nach rechts und links zu schauen auf den Zebrastreifen springen, wenn das Auto schon fast draufsteht. Auch die Beschilderung ist gut erkennbar, denn wie das Foto zeigt und im Bericht zu lesen ist, ist das Verkehrsschild vor den Bäumen und somit gut sichtbar. Auch zeigt das Foto eine leere Leimbergerstrasse, nur mit parkenden Autos, wo ist da bitte ein erhöhtes Verkehrsaufkommen?
Ich denke mal hier übertreiben ein paar Anwohner gewaltig. Für uns ist und bleibt das St. Michael-Zentrum eine Stätte der Erholung und Ruhe für das Alter. Noch ruhiger ist es dann nur noch am Friedhof, wo wir alle mal landen werden.
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Wohnen und Leben im St. Michael-Zentrum
6.7.2009 von Michaela Barth.
<< hier können Sie die Dia-Show mit Fotos vom Jubiläum betrachten >>
Vor über fünf Jahren war es nur eine Idee, die mit einigen anfänglichen Schwierigkeiten in Form und Gestalt gebracht wurde. Heute zählt das St. Michael-Zentrum mit zu den ersten Adressen in Weiden und Umgebung, wenn es darum geht einen Platz zum Wohlfühlen im Alter zu finden.
Am 28. Juni wurde anlässlich des fünfjährigen Bestehens eine Jubiläumsfeier als kleines Dankeschön an alle Mitarbeiter, Bewohner und der Einrichtung verbundenen Personen ausgerichtet. Bereits Wochen zuvor begannen die Vorbereitungen, um allen ein rundum gelungenes Ereignis präsentieren zu können.
Das Wetter meinte es an diesem Sonntag gut, und zeigt sich von seiner schönen und vor allem trockenen Seite. Auch der örtliche Fernsehsender OTV, ließ sich dieses Ereignis nicht entgehen und begleitete das Jubiläum mit der Kamera.

Gegen 14.00 Uhr war das Festzelt mit einer großen Anzahl an geladenen Gästen gefüllt. Das Bläserensemble des St. Michael-Zentrums, das sich auf der Tribüne eingefunden hatte, eröffnete den Festakt. Dekan Wolfgang Scheidel begrüßte alle herzlich und man zelebrierte gemeinsamen einen konfessionsübergreifenden Gottesdienst.Zunächst betete man den Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte ….“. Die Predigt selbst drehte sich um den Psalm 127,1 „Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ Dekan Wolfgang Scheidel führte mit bekräftigenden Worten aus, mit welchen anfänglichen Schwierigkeiten des St. Michael-Zentrum zu kämpfen hatte. Aber auch wenn es „auf einen anderen Feld geplant war, und mit schweren Geburtswehen hier in der Leimbergerstrasse zur Welt gebracht wurde, so ist das Kind doch groß geworden.“
Die vielen Beschwerden haben die „Mutter“ sprich die Diakonie in enorme Bedrängnis gebracht, aber sie hat alle Widrigkeiten überstanden und „hat überlebt“. „Es ist ein gutes Haus – innen wie außen“ führte Dekan Wolfgang Scheidel fort. Und inzwischen zeigt das voll belegte Haus, indem viele Menschen, verschiedener Generationen ein Zuhause gefunden haben, dass die Diakonie gut daran getan hat, diese Einrichtung zu verwirklichen.
Auch erinnerte er an die Grundmechanismen der Christen: „Diakonie die tätige Nächstenliebe, Martyria das Zeugnis und Koinonia die Gemeinschaft“, die sich in diesem Hause wiederfinden.Musikalische Einlagen des Bläserensembles umrahmten die feierliche Predigt und unterstützen den Gesang der Besucher. Das letzte Stück, das gespielt wurde, war gleichzeitig ein Ständchen zum zweihundertsten Geburtstag von Mendellsohn.

Nach Stärkung der Seele durch die wortgewaltige Predigt, erfolgte die leibliche Stärkung der Gäste mit Kaffee und Kuchen, die vom Küchenteam unter der Leitung von Franz Wirth gereicht wurde. Ein „Trio ohne Namen“ bestehend aus Frau Bayerl und dem Duo Cant Art wurde als musikalische Beilage gereicht.
Günter Daubenmerkl, Leiter des St. Michael-Zentrums begrüßte die zahlreich erschienen Gäste und übergab das Wort an Stadträtin Waltraud Koller-Girke. Diese entschuldigte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, der nicht persönlich erscheinen konnte und überbrachte herzliche Grüße und Glückwünsche zum fünfjährigen Bestehen der Einrichtung. Stadträtin Elisabeth Burger überbrachte ebenfalls Grußworte und der Behindertenbeauftragte der Stadt Weiden Alexander Grundler ermunterte die Diakonie trotz der „Geburtswehen“, die das St. Michael-Zentrum mit sich gebracht hat, weitere „Kinder“ in die Welt zu setzen, da der Bedarf vorhanden ist.
Einrichtungsleiter Günter Daubenmerkl ergriff wieder das Wort und ging dazu über, vierzehn Mitarbeiter der ersten Stunde mit einer Auszeichnung für 5 Jahre Betriebszugehörigkeit und einem Rosenbusch zu würdigen. „Treue Mitarbeiter sind es, die dem St. Michael-Zentrum eine wertvolle Stütze bedeuten und zum Gelingen des gemeinsamen Erfolges beitragen.“ Mit diesen Worten würdigte Günter Daubenmerkl den Einsatz und die gute Zusammenarbeit, seiner Angestellten.

„Der Chor der halben Lunge“ unter der Leitung von Schwester Renate sorgte für eine willkommene Abwechslung. Die Bewohner aus dem I. Stock der Einrichtung hatten für die Feier fleißig geübt und präsentierten Lieder, wie „Du, du liegst mir am Herzen“ und „Lieb Heimatland ade“.
Im Anschluss wurden fünfzehn Bewohner, aus dem Bereich Pflege und Betreutem Wohnen geehrt, die von Anfang an im St. Michael-Zentrum wohnen und leben. Günter Daubenmerkl bedankte sich, für das gute Miteinander und überreichte jedem eine Urkunde und einen Blumenstrauß als kleines Dankeschön.
Eine heitere Abwechslung brachte das Gedicht von Frau Guber, die die 5–Jahres-Feier zum Anlass genommen hatte, um ihren Bruder Walter Richter, ein Bewohner der ersten Stunde, ein lyrisches Geschenk zu bereiten. In beschwingten Worten hatte sie die vergangenen fünf Jahre zusammengefasst und wünschte der Einrichtung weiterhin alles Gute.

Eine Dia-Show über die Entstehung und Entwicklung des Wohn-, Pflege- und Therapiezentrums bereicherte den Nachmittag und vermittelte den Zuschauern einen visuellen Eindruck über die Bauphase. Die zusammengestellte Show konnte mittels Tageslichtbeamer auf einer großen Leinwand bestaunt werden. Neben Fotos von der Entstehung von Bauabschnitt I und II, wurden auch Fotos aus dem Wohnen und Leben der Bewohner gezeigt und so mancher erkannte sich wieder und erinnerte sich mit Freuden an vergangene Tage.
Der Nachmittag neigte sich dem Ende und das Spanferkel, das vor dem Festzelt seine Runden drehte, war schon richtig braun und knusprig geworden. Zum Abendessen labten sich die Gäste an leckeren Spanferkelbraten mit Kartoffel- und Krautsalat und die kühlen Getränke, die von den Damen der Hausreinigung gereicht wurden, erfreuten die trockenen Kehlen.

Die abendliche Stimmung wurde von dem Alleinunterhalter Josef Müllner mit bekannten Melodien musikalisch versüßt. Und so klangen Schlager und Evergreens aus vergangenen Tagen durch das Festzelt. Einen weiteren Beitrag zum Jubiläum lieferte Frau Stamm, die dem St. Michael-Zentrum mit einem heiteren Vortrag gratulierte.
Zu guter Letzt wurden die feierlichen Stunden von Dekan Wolfgang Scheidel mit einem Abendsegen abgeschlossen. Und er wünschte allen Gästen noch viel Spaß beim weiterfeiern. Mit Musik, Tanz und fröhlicher Unterhaltung ging das Fest zu Ende und es war für alle Beteiligten ein freudiges Ereignis.
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