Fasching in drei Akten

Närrisches Treiben im St. Michael-Zentrum

Zwei Tage lang hatte der Fasching das St. Michael-Zentrum fest im Griff. Von wegen langweiliger Seniorenfasching, hier tanzte Madame Fondue, steppte die Kuh und regierte Cleopatra. Die Bewohner kamen voll auf ihre Kosten und hatten sichtlich Freude und Spaß an dem gebotenen Spektakel.

Erster Akt

Madame Fondue zu Gast im St. Michael-Zentrum

Die närrische Phase wurde am Donnerstag gegen 15.00 Uhr eingeleitet mit fetzigen Schlagern der 50er und 60er Jahre, die von einem fast ebenso alten Plattenspieler schallten. Schnell füllte sich die Cafeteria und der hilfreiche Clown (Sozialdienst Hans-Joachim Grajer) führte die älteren Damen zu den Tischen.

Aus dem fernen Paris reiste Madame Claudette Bernadette Amalia Depardieu Fondue (PDL Sonja Rummler-Trinkner), geboren im Jahre 1721,  in einer Zeitmaschine in das kleine bayrische Dorf Weiden, um zu erleben wie in Bayern Fasching gefeiert wird.

In gebrochenem Deutsch erklärte Madame Fondue, dass man in Frankreich im Fasching die Fruchtbarkeit des Mannes feiere. Außerdem vertreibe man mit dem närrischen Treiben den Winter und öffne dem Guten und Schönen Tor und Tür. Aber da Madame Fondue mit ihren 25 Jahren mehr erleben wollte, zog es sie ins bayrische Weiden, um hier gemeinsam mit den Bewohnern des St. Michael-Zentrums zu lachen, zu tanzen und zu singen.

Musik und Sketche oder der Engel und der Teufel

Madame Claudette war nicht allein gekommen, sondern hatte ihre beste Freundin Madam Mollage (Rita Federlein) dabei, die mit ihrem Vortrag „…aber ich find mich schön“ die Bewohner in ihren Bann zog.

Clown „Heini“ sorgte zwischen den Sketchen mit seinem Akkordeon für die musikalische Unterhaltung. Gemeinsam mit den Bewohnern trällerte er „Schätzel Ade“ oder „Lustig ist das Zigeunerleben“.

Eine bunt gemischte Polonäse marschierte zu „Mein Vater war ein Wandersmann“ durch den Saal.

Immer wieder wurden die Bewohner mit Musik, Sketchen und witzigen Einlagen erfreut. Auch das Tanzbein wurde kräftig geschwungen, denn trotz des hohen Alters, sind im Herzen alle jung geblieben.

Lecker gefüllte Krapfen und frischer Kaffe wurde von der Night-Lady Patrizia (Service Patrizia Keilhofer) gereicht, die wie ein Wirbelwind durch den Saal fegte und für das Wohl der Bewohner sorgte.

Aus dem höllischen Reich der Küche war der Teufel (Küchenleiter Franz Wirth) persönlich emporgestiegen, der sich mit einem blondgelockten Engel (PDL Sonja Rummler-Trinkner) ein hitziges Wortgefecht lieferte, anlässlich des 60. Geburtstag von Clown Heini. Dieser wurde mit Worten von beiden hin und her getrieben, einmal säuselte der blonde Engel schmeichelnd ins Ohr und das andere mal musste er die  teuflischen und boshaften Gemeinheiten des Teufels aushalten.

Die Neustädter Kinder – Faschingsgarde marschiert auf

Ein besonderes Highlight für die Bewohner war der Besuch der Faschingsgarde Neustadt. Unter der Leitung von Frau Frischholz marschierte das Kinderprinzenpaar Marcel I und Benita I in Begleitung der Kinderprinzengarde und des Jugendfunkenmariechens Theresa auf. Nach einer Begrüßungsrede des Prinzen Marcel I und Prinzessin Benita I führte die Kinderprinzengarde ihren Gardetanz auf, zur hellen Freude der zahlreich erschienen Bewohner.

Ein besonderer Augenschmaus war der Tanz des Jugendfunkenmariechens Theresa, die sich in die Herzen der Bewohner tanzte. Mit einem Ehrenwalzer des Kinderprinzenpaares endete der Auftritt und unter tosenden Beifall und einem Neustadt Helau – Weiden Helau – St. Michael-Zentrum  Helau marschierte die Garde wieder Richtung Ausgang.

Inzwischen war auch Norbert Fiedler, der zur musikalischen Unterhaltung gekommen war, in seinem Element und erfreut mit bekannten Melodien und Schlagern sein betagtes Publikum. So ging es weiter mit Musik und Sketchen, bis das Abendessen „scharfes Chili aus der höllischen Küche“ gereicht wurde. Langsam neigte sich so der erste Faschingstag dem Ende.

Zweiter Akt

Anna Lotta Muh – die sexy Faschingskuh

Durch das Programm des zweiten Faschingstages führte die sexy Kuh Anna Lotta Muh (PDL Sonja Rummler-Trinkner) vom Hinterland, die in Begleitung ihres Hirten (Sozialdienst Hans Joachim Grajer) gekommen war. Das närrische Treiben begann gegen 15.00 Uhr und war in erster Linie für die Pflegebedürftigen Bewohner gedacht.  Den musikalischen Part übernahm der Hirte mit seiner Quetsche, während Anna Lotta Muh immer wieder durch witzige Einlagen, die Aufmerksamkeit auf sich zog.

Vor allem die Frage des Euters beschäftigte alle enorm, zuerst hatte die Kuh keines, dann bekam sie eines und zum Schluss war es vom vielen Melken des Hirten erschlafft.

Die Bedienung übernahm die Spinnenfrau Patrizia (Service Patrizia Keilhofer),  die in einem schwarzen Gewand durch die Cafeteria fegte und sich um das leibliche Wohl der Bewohner kümmerte.

Eine Rollstuhl-Polonaise zog durch den Saal und sorgte für Stimmung und Ausgelassenheit. Und mit Musik und Sketchen ging es weiter bis die Überraschungsgäste eintrafen.

Kinder Zirkus Karnevale aus Vohenstrauß

Auf einmal wurde es voll in der Cafeteria, kleine Elefanten, Clowns, Chinesen und Ballerinas bevölkerten den Saal  und umgaben das Kinderprinzenpaar Julia und Felix. Die Kindergarde der Vohenstraußer Faschingsgarde bescherte den Bewohnern ein ganz besonderes Schauspiel. 

Die wilde Horde im Alter von 6 bis 11 Jahren, die mit ihren Trainerinnen Carina Kroher und Sandra Kowal angereist kamen, tanzten sich in die Herzen der Bewohner und eroberten den Saal im Sturm. Gemeinsam sangen alle zum Schluss das Fliegerlied, und die Vorfreude auf das Wiedersehen im nächsten Jahr tröstet über den Abschied hinweg.

Dritter Akt

Cleopatra und der Schifferklaviertastenmarterer mit seinem Shanty Chor

Am Abend lud das St. Michael-Zentrum zur Faschingsfete für das Betreute Wohnen in die Cafeteria ein. Königin Cleopatra (PDL Sonja Rummler-Trinkner) war mit ihrem Gefolge, dem Eunuchen Hans (Sozialdienst Hans-Joachim Grajer), der schwarzhaarigen Zofe Elke (Verwaltung Elke Richter) und der Spinnenfrau Patrizia (Service Patricia Keilhofer) angereist.

 

Ein besonderes Highlight war die musikalische Darbietung des ersten und einzigen Seemannchores der Oberpfalz, des Shanty Chors aus Weiden. Seit 25 Jahren so erzählte Herr Sparrer Gründungsmitglied des Jachtclubs Weiden und auch Gründungsmitglied des Shanty Chors, gäbe es diesen Chor, der aber nicht professionell, sondern aus Spaß an der Freud auftrete und mit seinen Seemannsliedern für Unterhaltung sorge. Die Mitglieder des Chores sind allesamt Jachtclubmitglieder und teilen die Passion des Singens. Die komplette Truppe zählt 15 Mann und im St. Michael-Zentrum waren 13 von Ihnen zu Gast.

Mit Liedern wie „Schön ist die Liebe im Hafen“, „Wir lagen vor Madadaskar“, „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“, „Carry waits for me“, „I’m Sailing“ etc. sorgten sie für eine grandiose Stimmung und animierten zum schunkeln und mitsingen.Spontan und zum Gedenken an den 100. Geburtstag von Heinz Erhardt rezitierte ein Shanty Chor Mitglied „Die Made“.  

Das St. Michael Zentrum sucht den Karaoke Star (DSMZSDKS)

Nachdem der Shanty Chor die Segel gestrichen hatte, übernahmen Cowboy Bernd Hensel und Räuberbraut Tina Meyer (vom Sindersberger Altenheim) zusammen mit Clown Hans-Joachim Grajer die musikalische Führung. Mit beliebten Schlagern lockten sie die Gäste auf die Tanzfläche und sorgten für eine heitere und ausgelassene Stimmung. Mit Hits wie „Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein“  oder „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ fühlten sich die Bewohner an ihre Jugendzeit zurück erinnert und sangen kräftig mit.

Für eine heitere Unterbrechung sorgten sowohl Büttenrednerin Josefina (PDL Sonja Rummler-Trinkner), als auch das Karaoke Singen der Gäste. Nachdem Herr Grajer seine ganze Überredungskunst eingesetzt hatte, fanden sich schließlich einige „Freiwillige“.

Den Anfang  machte Frau Rückert-Salomon mit „Junge komm bald wieder“,

 

gefolgt von Herrn Nickl, der Roy Blacks „Ganz in Weiß“ ins Mikro hauchte.

Zum Abschluss sangen Frau Wirschnitzke und Frau Heil „Aber Dich gibt’s nur einmal für mich“ und holten mit dieser einmaligen Darbietung den ersten Preis im Karaoke-Wett-Singen. Aber kein Wunder die Jury bestand aus drei Männern, und da haben zwei Frauen mehr Chancen als eine einzelne bzw. ein Mann.

Bis spät in die Nacht erklangen noch die Schlager bis man sich nach und nach auf den Heimweg machte.

Alles in allem ein gelungenes Faschingstreiben, das bei den Bewohnern als eindrucksvolles Erlebnis in Erinnerung bleiben wird.

Antwort schreiben

Sie müssen als angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.