Leben im Alter: So selbstständig wie möglich

Der neue Tag Von (mga)  |  24.07.2008  | Netzcode: 1472585

Betreuung zu Hause oder Umzug in Pflege-Appartement: Vortrag im Maria-Seltmann-Haus zeigt Optionen auf

Wo und wie lebt es sich im Alter am besten? Dass diese Frage viele Menschen bewegt, zeigte der Andrang am Dienstagnachmittag im Maria-Seltmann-Haus. Alexandra Bock hatte sechs Referenten eingeladen, die verschiedene Möglichkeiten aufzeigten. Caroline Kett von “Kursana” (95 Einrichtungen, eine in Weiden für 127 Bewohner in 99 Einzel- und 14 Doppelzimmern) berichtete vom geschützten Demenzbereich mit altertümlich ausgestattetem Erinnerungszimmer, den zahlreichen Aktivitäten, beispielsweise wöchentliche Fahrten in die frühere Umgebung, sowie Besonderheiten wie dem Wohlfühlbad. Dies würde überraschend gut angenommen, denn “auch Senioren genießen es, verwöhnt zu werden”.

Mit eigener Küche

Ebenfalls 2004 entstand das St.-Michael-Zentrum, das von Günter Daubenmerkl vorgestellt wurde. Hier laute das Motto: “So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie nötig.” Die Besonderheit: Sowohl 56 Pflegeappartments als auch 69 Wohnungen mit Einbauküche stehen für betreutes Wohnen zur Verfügung. Bei kurzfristiger Verschlechterung oder Verhinderung der gewohnten Pflegeperson werde auch Kurzzeitpflege angeboten.

Dorothee Rösel-Hammer präsentierte eine deutlich kleinere Einrichtung: die Kurzzeitpflege der Diakonie. Hier sei für 21 Bewohner Platz, von denen momentan allerdings nur sechs kurzzeitig dort wohnen. Wenn jemand fest einziehen möchte, würde man diesen Wunsch natürlich nur ungern verwehren. Dorothee Rösel-Hammer zeigte viele Privatbilder des Sommerfests, um so einen Eindruck der “familiären Struktur” zu vermitteln. Eher privat geht es auch im “familiär betreuten Wohnen Hagemann” in Altenstadt/WN zu. Im Haus befänden sich 44 nicht möblierte Ein- und Zweizimmerwohnungen, die auch von Personen bis Pflegestufe 3 bezogen werden könnten, informierten Dr. Gabriele und Burkhard Hagemann. Die Zielsetzung laute “Gemeinsam nicht mehr einsam”. Auch wenn jeder selbstständig leben könne, werden trotzdem freiwillige Freizeitaktivitäten angeboten.

Unterstützung für daheim

Eine Alternative präsentierte Monika Hager: das Konzept “Alt werden zu Hause” der Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach, Gesellschaft für regionale Entwicklung. Umfragen zufolge sei dies der Wunsch der meisten Senioren. Die Arbeitsgemeinschaft würde sie so gut wie möglich unterstützen. In den Rathäusern finden regelmäßige Sprechstunden statt.

Alltagsbegleiter treffen sich ein bis zwei Mal pro Woche mit den Senioren: zum Spazierengehen, Kartenspielen und ähnlichem. Diese Treffen würden oft schon ersehnt. Beim Leben zu Hause fehle den Senioren sonst oftmals die Ansprache. Die sehr interessierten Zuhörer ließen sich im Anschluss noch ausgiebig an den Infoständen aufklären.

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